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Pädagogischer Tag am 18.11.09

Heinz Ausobsky von Mudra spricht vor dem Lehrerkollegium über das Thema „Erkennen von Drogenkonsum bei Jugendlichen”

Schule ohne Schüler - das 120-köpfige Kollegium des Altdorfer Leibniz-Gymnasiums und alle 30 Referendare des Studienseminars nutzten den Buß- und Bettag wie jedes Jahr seit 1995 zu einer großen Fortbildungsveranstaltung, haben in Bayern doch nur die Schüler am Buß- und Bettag frei, nicht aber die Lehrkräfte. Eine engagierte Lehrergruppe bereitete drei verschiedene Module vor, die jeweils von externen Fachleuten geführt wurden.

In einem ersten Modul stellten Heinz Ausobsky und Nicole Steiner vom Enterprise-Büro der Mudra das Thema „Erkennen von Drogenkonsum bei Jugendlichen” vor. Das Modul geht auf die Anregung einer Schülermutter aus der Region zurück, deren Sohn im Februar 2008 an einer Drogen-Überdosis starb. Nach ihren eigenen Aussagen war die Mutter nicht informiert über die Abhängigkeit ihres Sohnes. Es wurde ihr deshalb ein Anliegen, möglichst viele Menschen über Drogenkonsum und Erkennen von Abhängigkeiten zu informieren. Sie hat aus diesem Grund Geld gespendet, damit dies vor allem an den Schulen geschehen kann. Im Zentrum des Referats standen daher die Themen Information zu jugendtypischen Drogen und Drogenkonsumformen, Risikoverhalten jugendlicher Konsumenten und aktuelle Trends sowie illegale Drogen und Folgen für die Fahrerlaubnis. Besonders interessiert zeigten sich die Altdorfer Lehrer an den Fragen, wie Drogenkonsum erkannt werden kann und wie adäquat darauf zu reagieren ist. Ausobsky bot insbesondere auch Einblicke in das Drogenkonsumverhalten im Nürnberger Umland. Nach seiner Beobachtung ist auf dem Land eher mehr los als in der Stadt; Einstiegsalter ist oft 14 oder 15 Jahre, in dem Jugendliche erstmals Kontakt mit Marihuana, Haschischöl und Pilzen bekommen - alle extrem süchtigmachend und bei hoher Dosierung akut lebensgefährlich - damit, so Ausobsky, „endet die Zukunft schnell in der Tonne.” Damit es nicht so weit kommt, sind die Mudra in Nürnberg und auch die Drogenberatungsstelle der Diakonie in Altdorf für Eltern und Lehrer auch telefonisch zur Beratung ansprechbar.

Ein zweites Modul, geleitet von Karl-Heinz Bittl vom Fränkischen Bildungswerk für Friedensarbeit, schärfte das Bewusstsein für Gewalt, vor allem dort, wo sie schon im Ansatz erkennbar wird. Aus dieser Kenntnis heraus können Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Bittl bot den Lehrern des Leibniz-Gymnasiums dazu zahlreiche Impulse, er arbeitete dabei handlungsorientiert.

Das dritte Modul, Mobbing, führte Dagmar Kroth vom Institut für Mediation und Persönlichkeitsbildung (IFM). Sie referierte über das Thema Mobbing; neben theoretischen Informationen berichtete sie vor allem aus der Praxis. „Gemobbte” sind häufig friedfertige, zum Reden sozialisierte und auf Verständigung ausgerichtete Persönlichkeiten. Sie wollen immer eine Rehabilitierung erreichen - und enden doch als Opfer nicht selten in Ohnmacht und Einsamkeit. „Mobber” dagegen sind darauf aus, ihre Opfer zu vernichten. Ihre Persönlichkeit ist skrupellos und berechnend; häufig liegt eine Selbstwertproblematik zugrunde, und der Mobber fühlt sich von besser ausgestatteten Mitmenschen bedroht. Er versucht deshalb, sein Opfer zu kontrollieren. In weiteren Eskalationsstufen verhärtet der Konflikt, schließlich werden Drohstrategien verfolgt und Vernichtungsideen entwickelt - psychisch und physisch. Ein Lehrer hat sich unter der Fragestellung „Was kann ich tun - was muss ich tun?” mit der Problematik auseinanderzusetzen. Nicht leicht aber ist es, im Konflikt den Täter klar zu identifizieren, versteckt er sein Treiben doch häufig durch eine Gruppe von Unterstützern und verwendet auch Techniken des Cyber-Mobbing. Gerade Lehrern bleiben durch ihren Stand als Beurteilungsperson, durch die Dynamik der Vorgänge und durch die Unterrichtssituation Mobbingvorgänge häufig verborgen, wenn sie nicht von unbeteiligten Mitschülern oder vom gemobbten Schüler angesprochen werden.

Ein höchst ertragreicher Buß- und Bettag also mit Themen, die nicht zuletzt von der Öffentlichkeit immer wieder an die Schule herangetragen werden.

Text: Christof Böhm, Pressebeauftragter Leibniz-Gymnasium

Foto: Christof Böhm


Zuletzt geändert am 21.01.2012 durch Petra Wägner
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