Bewerbungstraining im Rahmen der P-Seminare für die Schülerinnen und Schüler der Q11
Der Weg zum Wunschberuf ist lang – an seinem Anfang muss man mit Hilfe verschiedener Tests und Fragebögen seine individuellen Stärken und Schwächen herausfinden sowie mit den Anforderungsprofilen unterschiedlicher Berufe vergleichen. Sodann gilt es, eine aussagekräftige Bewerbungsmappe zu erstellen, deren Kernstück das individuelle Anschreiben darstellt – es gilt, Werbung in Sachen eigene Person zu betreiben. Hat man auch diese Stufe erklommen, schließt sich oft die Teilnahme an einem Assessment-Center an, dem im Idealfall die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch folgt.
Um auch diese letzte Hürde im Auswahlverfahren erfolgreich meistern zu können, führten Simone Liebel von der Team-Bank Nürnberg (unterstützt durch die Auszubildenden Mandy Goram, Anja Schreiber, Svenja Heinzelmann und Christina Mahlein) sowie Helga Dreier und Erwin Rupp von der Firma Siemens an insgesamt fünf Terminen ein je 90-minütiges Bewerbungstraining für die Schülerinnen und Schülern unserer Q11 durch.
In Ihren Einführungsvorträgen beantworteten die Referenten zunächst Fragen wie „Was erwartet die Wirtschaft von Abiturienten?“. Erwin Rupp unterlegte seine Ausführungen durch viele Beispiele und ging hier insbesondere auf fachliche Kompetenzen (Allgemeinbildung, Sprachkompetenz, Problemlösestrategien, PC-Kenntnisse etc.) und Schlüsselqualifikationen (Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft etc.) ein.
Daneben erhielten die jungen Leute viele praktische Tipps zur Vorbereitung auf das Gespräch – sie lernten unterschiedliche Möglichkeiten kennen, die Ernstsituation im Vorfeld zu simulieren, erhielten Tipps zur Wahl des passenden Outfits sowie zum stressfreie Ankommen im Unternehmen. Natürlich erfuhren die Kollegiaten auch, welche Verhaltensregeln man während des Gesprächs berücksichtigen bzw. was man unbedingt unterlassen sollte. Einige Jugendliche staunten nicht schlecht, als Simone Liebel bemerkte, ein klingelndes Handy während eines Bewerbungsgespräches, zu dessen Beginn darum gebeten worden war, das Gerät auszuschalten, könne einen Grund für eine Absage darstellen.
Nachdem auch noch die einzelnen Phasen eines Einstellungsgesprächs sowie die damit verfolgten Ziele erläutert worden waren, folgten praktische Übungen.
Die Referentinnen von der Teambank händigten allen Schülerinnen und Schülern je eine Karte mit einer Frage aus, mit der sie sicher konfrontiert werden: „Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?“, „Warum haben Sie im Fach x lediglich durchschnittliche Noten?“, „Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?“ Die jungen Leute erkannten schnell, dass es nicht leicht ist, aus dem Stegreif eine Antwort zu formulieren, welche den Ansprüchen der Personaler genügt. In der Auswertungsrunde erhielten die Schülerinnen und Schüler daher wertvolle Formulierungstipps. Einige staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass auch Zeugnisnoten, die auf den ersten Blick wenig Bezug zur Stelle aufweisen, auf die man sich bewirbt, über Einstellungschancen entscheiden können. Unternehmen wünschen sich „motivierte“ und „leistungsbereite“ Arbeitnehmer; ein Blick auf die Noten in den genannten Fächern zeigt, ob jemand auch ohne großen Druck bereit ist, sich zu engagieren – eine Schlüsselqualifikation für jeden Beruf.
Helga Dreier und Erwin Rupp von der Firma Siemens hatten aus den Bewerbungsmappen, welche die jungen Leute im Vorfeld erstellt hatten, einige ausgewählt und simulierten Teile eines Bewerbungsgesprächs. Dass man dabei teils sehr schnell an die eigenen Grenzen stößt und es daher einer äußerst guten Vorbereitung bedarf, erfuhren die ausgewählten Schülerinnen und Schüler am eigenen Leib – auch wenn Frau Dreier und Herr Rupp sehr behutsam mit den Bewerbern umgingen. Eine besondere Herausforderung für unsere Kollegiaten war dann noch das Halten eines 5-minütigen Kurzvortrags aus dem Stegreif heraus. Beurteilt wurden hierbei von den beiden Siemensmitarbeitern nicht nur Inhalt und Sprache, sondern auch Körperhaltung, Gestik und Mimik.
Auf sehr anschauliche und eindrucksvolle Art und Weise wurde bei diesem Bewerbertraining allen Teilnehmern vor Augen geführt, wie unabdingbar eine gute Vorbereitung ist. Durch die punktuell ermöglichten Einblicke sowie die vielen Tipps aus der Praxis wissen unserer Schülerinnen und Schülern nun, was und wie sie konkret trainieren sollten.
Hierfür danken wir unseren Referenten Frau Liebel mit Team, Frau Dreier sowie Herrn Rupp nochmals ganz herzlich.
Karin Hellmich