Dass man sich nicht einmal auf das verlassen kann, was man mit den eigenen Augen sieht, bekamen die Schüler einer 9. Klasse des Altdorfer Leibniz-Gymnasiums im „Turm der Sinne“ zu sehen – und auch nicht.
Im Rahmen des Biologie-Unterrichts und zusammen mit den Lehrkräften Dr. Monika Klede und Christof Böhm erkundeten die Schüler den Nürnberger Sinnes-Turm. Auf mehreren Stockwerken mit verschiedenen Stationen werden dort die Sinne geprüft, getäuscht und geschärft - zum Beispiel beim Geruchstest: Eine der Riechproben erinnerte überraschenderweise gleich mehrere Pobanden an ihre Oma – doch zum Glück handelte es sich nicht um echte Oma aus der Dose, sondern das begehrte Parfüm „Channel No. 5“.
In einem anderen Stockwerk des Turms wartete ein Experiment, um die Wahrnehmung zu täuschen: Zwei Klötze, der eine größer als der andere, lagen aufeinander. Nun sollten beide Klötze miteinander angehoben werden, danach nur der kleinere, obere. Man erwartete, dass dieser Klotz leichter sei, jedoch fühlte er sich deswegen schwerer an – obwohl sie nachgemessen beide exakt gleich viel wiegen. Augen auf! gilt auch im Turm der Sinne. Viele Experimente belegen, wie wichtig es ist, ein Stereo-Bild sehen zu können – nicht einmal ein Faden ist in ein Nadelöhr zu bekommen, wenn nur ein Auge geöffnet ist. Dass man seinen Sinnen nicht blind vertrauen darf, zeigte eine Tafel mit Farbnamen in der entsprechenden Farbe, also zum Beispiel das Wort „Orange“ in oranger Schrift, die ein Freiwilliger vorlesen sollte. Auf der anderen Seite dieser Tafel standen dieselben Farbnamen, jedoch in anderen Farben. Nun sollte der Freiwillige die Namen wieder vorlesen, doch das klappte lang nicht so gut wie beim ersten Mal.
Viel Stoff also für den Biologie-Unterricht – schließlich wollen nun alle den Phänomenen genauer auf den Grund gehen.
Foto: Zwerg oder Riese? Schüleer des Leibniz-Gymnasiums in täuschendem Raum
Text: Hannah Flacksmeier, Christof Böhm
Bild: Hannah Flacksmeier